BZ vom 23.11.2017

Kameramann und Hauptdarsteller sind aus Emmendingen, der Regisseur aus Hamburg
 
EMMENDINGEN. Die Atmosphäre am Set ist angespannt, alle sind still. Es soll perfekt werden. Durch die Tür hört man ein bestimmt klingendes „Und bitte!“ Melvin Jäpel (22)und Dominik Ziegenhagel (18) arbeiten seit dem Sommer an ihrem neuen gemeinsamen Filmprojekt „Junkie“. Zwei Tage lang drehten sie dafür in der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schule Emmendingen (GHSE).
Mit ihrem Film „Junkie“ erzählen der Emmendinger Kameramann Dominik Ziegenhagel und der Hamburger Regisseur Melvin Jäpel die Geschichte des jungen Aaron, der sich nach einem tragischen Vorfall immer mehr in der Welt der Drogen verliert. Der Film ist geprägt durch extreme Charaktere, ungewöhnliche Kameraperspektiven und die Hingabe der Beteiligten.
Das Filmteam besteht aus 41 Personen aus ganz Deutschland und aus der Schweiz. Einige von ihnen, vor allem Schauspieler, kommen vom „Theater im Steinbruch“ aus Emmendingen wie zum Beispiel Lorenz Allweyer. Er spielt die Hauptrolle des Aaron. „Es ist anstrengend, diese Rolle zu spielen. Aaron ist sehr introvertiert und ich gehe als Schauspieler eigentlich gern aus mir heraus“, erklärt Allweyer. Das stelle eine Herausforderung dar, die er gern annehme.
Um die verschiedenen Rollen für ihren Film zu besetzen, testeten Jäpel und Ziegenhagel mehrere Bewerber in Online-Castings. Einige der Teammitglieder lernten sie im Jugend-Film-Camp oder durch frühere Projekte kennen. Selma Dettenborn aus Kiel ist seit zwei Jahren Schauspielerin, sie spielt die Rolle der Iris, Aarons Freundin. „Iris ist ein sehr lebensbejahender und extremer Charakter“, sagt sie. Sie sei von ihrer Rolle begeistert und genieße den Dreh. Unterstützung erhält das Team auch von Tim Dreeßen. Der Youtuber, den die beiden von einem früheren Filmprojekt kennen, spielt die Rolle des aggressiven Chris. „Die Rolle ist komplett anders als ich es bin“, erzählt er. „Ich unterstütze solche Projekte sehr gern, das macht mir wirklich Spaß.“
„Bei einem guten Team kommt es vor allem auf Kreativität und Einsatzbereitschaft an“, erläutert Jäpel. Dies sei enorm wichtig, da alle Mitglieder unentgeltlich arbeiten. Acht Tage dauerten die Dreharbeiten. „Wir waren oft von 6 Uhr morgens bis spät abends beim Dreh, das erfordert Einsatzbereitschaft“, sagt der Regisseur. Sogar die Filmmusik zu „Junkie“ wurde selbst komponiert.
Eine zentrale Rolle im Film soll die Kamera einnehmen. Sie solle die Geschichte durch ungewöhnliche Perspektiven dem Zuschauer vermitteln. „Wir wollen mal etwas anderes machen, von der Norm abweichen“, sagt Tim Dreeßen.
Im Februar 2018 soll der Film voraussichtlich fertig sein. Das Team will „Junkie“ ein Jahr lang auf verschiedenen Festivals zeigen. „Natürlich wäre es schön, einen Preis zu bekommen“, sagt Melvin Jäpel. Das eigentliche Ziel sei es allerdings, andere zu unterhalten. „Wenn es Leuten gefällt, hat man alles erreicht.“

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