BZ vom 9.8.2017

Empfang für die Sommerunistudenten aus den Partnerstädten
 
Von Georg Voss
EMMENDINGEN. Im Bürgersaal des Alten Rathauses wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den internationalen Sommerkursen der Albert-Ludwig-Universität Freiburg offiziell von der Stadt empfangen. Sie leben bei Emmendinger Gastfamilien. Am Sprachlehrinstitut der Universität Freiburg gibt es für sie Deutschkurse auf allen Niveaus sowie ein ergänzendes Freizeitprogramm und Exkursionen. Damit sind zum 23. Mal Sommerunistudenten in Emmendingen.
„Die Begrüßung machen zu dürfen, macht einfach Freude“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer. Hier gehe es darum, die deutsche Sprache zu erlernen und die deutsche Kultur kennen zu lernen. „Was auch immer darunter zu verstehen ist,“ so Stefan Schlatterer, der auf das African Music Festival hinwies sowie auf das Come together-Festival am 12. August auf dem Tafelberg, der einst als Müllkippe diente. Zugleich empfahl er den Besuch des Weinfestes in Emmendingen vom 18. bis 21. August, auf dem 300 verschieden Weine getrunken werden können. „Nur ist keine Klimaanlage vorgesehen.“
Mittlerweile haben über hundert Menschen aus den drei Emmendinger Partnerstädten diese Kurse besucht, wobei die Stadt und die Freunde der Städtepartnerschaften Ausschreibungen, Bewerbungen und Gastgebersuche organisieren und Emmendinger Firmen und Privatleute die Kursbeiträge finanzieren. Die Teilnahme an den Sommerkursen am Sprachlehrinstitut der Universität Freiburg geht zurück auf den damaligen Oberbürgermeister Ulrich Niemann, der dieses Projekt 1995 ins Leben gerufen hatte.
Seit drei Jahren beteiligt sich auch der Landkreis Emmendingen an diesem Projekt, in dem sie Teilnehmer aus Palästina und Israel einladen und finanzieren. Aus Israel kommt aber in diesem Sommer kein Teilnehmer, dafür Mary Sansour, eine Teilnehmerin aus Beit Jala, einer palästinensischen Stadt mit knapp 12000 mehrheitlich christlich Einwohnern. Sie ist Mitarbeiterin und Lehrerin an der Talitha Kumi Schule, der Partnerschule der GHSE. Der ehemalige Schulleiter Helmut Reibold betreut sie für die Dauer der Sommeruni auch vor Ort. „Es ist eine sehr schöne Chance für mich“, sagt sie und wirbt für Frieden bei dem Konflikt zwischen Israel und Palästina. Mary Sansour ist 40 Jahre alt, verheiratet und ist Christin. Sie ist zum ersten Mal in Emmendingen. Zuvor war sie bereits in Hamburg und in Stuttgart und sprich schon relativ gut deutsch. „Außer wenn zu schnell gesprochen wird.“ Sie wird wie alle anderen bis zum 27. August bleiben. „Ich hoffe, ich werde noch einmal die Chance bekommen.“
Aus Sandomierz kommt die 19 Jahre alte Natalia Kołodziej, die bereits im Vorjahr als Sommerunistudentin herkam. „Auch wenn“, wie sie sagt, „Deutsch als Sprache nicht so populär in Polen ist.“ Sie geht auf die auf die Partnerschule des Goethe-Gymnasiums, das Collegium Gostomianum in Sandomierz. Ebenfalls aus Sandomierz vom dortigen Gymnasium kommt der 19 Jahre alte Joachim Drobek, dessen Vater Zbyszek Drobek seit fast zwanzig Jahren den Schüleraustausch zwischen dem GGE und dem Collegium Gostomianum begleitet.
Aus La Garde aus dem Département Var am Mittelmeer, unweit der Partnerstadt Six-Fours, kommen Marie Corquenois und Bella Rizzi, beide 17 Jahre alt und Schülerinnen des Lycée du Coudon, der Partnerschule des GGE. „Ich mag die deutsche Sprache und Kultur“, sagt Bella Rizzi, die zum ersten Mal hier ist. Sie wird an der Université de Toulon Germanistik und Anglistik studieren. „Deutsch ist meine erste Fremdsprache“, sagt Marie Corquenois. „Ich bin schon mal in Emmendingen gewesen bei einem Schüleraustausch mit dem GGE.“ Nach dem Abitur möchte sie Ingenieurin werden im Bereich Fahrzeugbau/Fahrzeugtechnik und in Deutschland studieren.
Aus der englischen Partnerstadt Newark kommt der 17 Jahre alte Euan Kirrage, der nicht an den Sommerkursen teilnimmt, sonder einfach nur schnuppern und bis Mitte des Monats in Emmendingen bleiben will. Anschließend wird er in Norddeutschland Urlaub machen. „Ich habe Interesse an einem Studium in Freiburg.“

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