BZ vom 16.5.2017

Schüler, die in einem trinationalen Projekt Mendocino-Motoren gebaut hatten, stellten die Ergebnisse bei der IHK in Freiburg vor
 

Eva Bär, Raphael Blust, Marvin Dinkel und Simon Herbstritt erläutern Etappen des Projekts. FOTO: GHSE


EMMENDINGEN/FREIBURG (BZ). Zum Abschluss des trinationalen Mendocino-Projekts haben Schüler der Gewerblich-industriellen Berufsschule Liestal (Schweiz), des Lycée Charles de Gaulle Pulversheim (Frankreich) und der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE) ihr Projekt bei der Industrie- und Handelskammer in Freiburg präsentiert. Alle Teilnehmer erhielten ein Exemplar eines Mendocino-Motors.
Begonnen habe alles mit der „Lust, einmal wieder etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen“, zitierte Martin Lehmann, Abteilungsleiter für die Berufsschule an den GHSE seinen schweizerischen Kollegen Andi Schaub. „Aber dieses Mal wollten wir noch unsere elsässische Partnerschule mit ins Boot nehmen“, sagte Lehmann laut einer Pressemitteilung der GHSE weiter. Mit seinem Kollegen Roland Koßmann sowie den französischen Kollegen Christophe Toranelli und Jean-Luc Herwig hätten sie die Bildungspläne der Mechatroniker in Deutschland, der Industrie- und Konstruktionsmechaniker in der Schweiz und des Baccalauréat Professionnel Électrotechnique im Elsass verglichen und festgestellt, dass sich das Projekt in die Vorgaben aller drei Länder eingliedern lasse – der Mendocino-Motor, ein freischwebender, magnetischer Motor, der aus Licht Bewegung werden lässt. Finanzielle und materielle Unterstützung der dualen Partner wurde schnell zugesichert. Die einzelnen Etappen der Planung, Organisation und Realisierung wurden dann so abgestimmt, dass alle Schüler und Azubis Einblick in die beiden anderen Schul- und Ausbildungssysteme erhielten.
„Dieses Projekt zeigt, was die Duale Ausbildung alles leisten kann“, stellte Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK in seiner Eröffnungsansprache fest. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit liege der IHK sehr am Herzen. „Was wir hier sehen, sind nicht nur Absichtserklärungen und warme Worte, sondern das Ergebnis einer handfesten, praktischen Zusammenarbeit.“
GHSE-Schulleiter Thomas Kruse wies darauf hin, dass es in mehrfacher Hinsicht ein denkwürdiger Tag sei: „Nicht nur, dass wir heute den Europatag feiern. An einem 5.5. vor 24 Jahren unterschrieben wir auch den Partnerschaftsvertrag mit der Gewerblich-industriellen Berufsschule Liestal. Damals waren wir die Brückenbauer – heute sind Sie das, liebe Schüler aus Emmendingen, der Schweiz und Frankreich, die über den Rhein hinweg Brücken der Verständigung gebaut haben.“ Auch Patrice Schelcher, Schulleiter der elsässischen Schule, lobte die Schüler: „Dank Ihnen können wir auch in Zukunft Europa gemeinsam bauen.“ Markus Riedweg, Schulleiter der schweizerischen Schule, zitierte Konfuzius, als er sich an die Schüler wandte: „Ich höre und vergesse, ich sehe und behalte, ich handle und verstehe. Im Rahmen dieses Projekts haben Sie viel gehandelt – und, ich bin mir sicher, sehr viel verstanden.“
Frauke Ebert vom Regierungspräsidium Freiburg bezeichnete das Projekt als Paradebeispiel für perfekte Abstimmung. „Dieser professionelle Output von mehr als 100 funktionierenden Mendocino-Motoren liegt aber auch am Engagement der Ausbildungsfirmen.
Eva Bär, Raphael Blust, Marvin Dinkel und Simon Herbstritt, allesamt Auszubildende bei EBM Papst, präsentierten stellvertretend für die rund 80 Schüler die einzelnen Etappen der Herstellung und die Funktionsweise des Motors.
Mit den Worten „Solar funktioniert nur bei Technik – für alles andere braucht es Häppchen!“, leitete Kaiser zum Umtrunk über. Im Anschluss daran hatten die Gäste die Möglichkeit, an einer von drei Besichtigungen teilzunehmen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Teil der Emmendinger Kreisschüler-Bigband Funky Devilz: Lucia Hug (Gesang), Tobias Bühler (E-Gitarre), Johannes Roski (Schlagzeug) mit ihrem Lehrer und Bandleiter Thomas Franke am Piano.

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