BZ vom 30.3.2017


Studien-Thema: eine Mensa für mehr als 800 Schüler, dazu Klassen- und Fachräume, eine Mediathek und ein Forschungszentrum

Von der Weinstockstraße aus geht der Blick entlang der ehemaligen Firmengebäude in Richtung Südosten. Ganz links ist die Dachkante der GHSE-Sporthalle zu sehen.
FOTO: Marius Alexander
Von Marius Alexander
EMMENDINGEN. Im Vorfeld der Planungen für ein Multifunktionsgebäude mit einer Mensa nahe des Berufsschulzentrums für Schulen des Landkreises wie für Schulen der Stadt Emmendingen, hat sich der Verwaltungsausschuss des Kreistags am Montag einstimmig für eine etwa 50 000 bis 60 000 Euro teure Machbarkeitsstudie ausgesprochen. Ob und wie die Kosten aufgeteilt werden, wird Gegenstand weiterer Gespräche des Landratsamts mit der Stadtverwaltung sein. Zur Verfügung steht ein Grundstücksteil mit einer Fläche von etwa 4000 Quadratmetern.
Zwar fehlen noch Bedarfszahlen insbesondere der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen (GHSE), aber klar ist schon jetzt: Nicht nur die Mensa im Gebäude der GHSE platzt aus allen Nähten, sondern es gibt − auch für die Carl-Helbing-Schule − zu wenig Klassen- und Fachräume. Die Frage lautet nun: Wie groß muss das geplante Gebäude werden, um neben einer Mensa für schätzungsweise täglich 800 bis 900 Gäste etwa 15 bis 20 Klassenräume plus Fachräume aufnehmen zu können? Darüber hinaus gibt es Wünsche und Überlegungen, Platz für eine Mediathek und ein Schülerforschungszentrum zu schaffen. Die zweite entscheidende Frage lautet: Was wird ein solches Projekt kosten?
Hälfte des Grundstücks zur Wohnbebauung
Klar ist indes das künftige Baugrundstück. Die Stadt Emmendingen hat das zwischen der Weinstockstraße und dem Berufsschulzentrum gelegene ehemalige Firmenareal der Südwest-Rohstoffe gekauft. Die Hälfte des Geländes zur Weinstockstraße hin will die Stadt mit mehrgeschossigen Wohnhäusern bebauen. Der südöstliche Teil steht dem Landkreis und der Stadt für eine gemeinsame schulische Nutzung zur Verfügung. Dabei verfolgt die Stadt in erster Linie das Ziel, den Schülern des Goethe-Gymnasiums − dessen Mensa sich noch auf dem Gelände des Zentrums für Psychiatrie befindet − sowie den Schülern der Markgrafenschule einen Mittagstisch anzubieten. Im Jahr 2014 hatte etwa 400 Schüler der beiden städtischen Schulen ihr Interesse an einer Mensaversorgung artikuliert, im Berufsschulzentrum essen momentan täglich etwa 400 bis 500 Gäste. Die verpachtete Caféteria in den GHSE jedoch ist, wie Finanzdezernent Christian Bader erläuterte, räumlich überlastet.
Die Frage, so Bader, die sich nun stelle, laute: „Was können wir auf diesem Grundstück realisieren?“ Antworten soll die Machbarkeitsstudie liefern. Antworten auf die Frage, was sich der Landkreis leisten könne, ergänzte Landrat Hanno Hurth, müsse anschließend daran eine Grundsatzdebatte liefern. Laut Bader sind für Planungen im laufenden Haushalt des Kreises 500 000 Euro eingestellt. Im Investitionsprogramm bis zum Jahr 2020 ist eine weitere Summe von 3,9 Millionen Euro berücksichtigt.
Leibinger: Maximale Geschossigkeit ausschöpfen
In der Aussprache bat Richard Leibinger (SPD) darum, dass auch für den hinteren Grundstücksbereich, auf dem das Multifunktionsgebäude gebaut werden solle, die „maximale Geschossigkeit“ ausgeschöpft werde. Joachim Saar (CDU) bekräftigte dies mit dem Wunsch nach der „synergetischen Ausnutzung“ des Geländes. Die Fünfgeschossigkeit der Nachbarbebauung sollte sich auch auf dem Neubaugrundstück widerspiegeln.
Da eine Machbarkeitsstudie eine ganze Vielzahl von Aspekten berücksichtigen soll (ausdrücklich wird laut Bader auf ein Hallenbad verzichtet), gab es trotz grundsätzlicher Bedenken einiger Ausschussmitglieder am Ende nur Befürworter. Zumal der Hinweis von Reinhold Scheer (CDU) eingeflochten wurde, dass Ausgabe für die Studie eventuell bei einer anschließenden Auftragsvergabe an das gleiche Planungsbüro berücksichtigt, sprich: zumindest in Teilen verrechnet werden könnten.
Eher unberücksichtigt blieb die denkbare Einbindung der Eduard-Spranger-Schule in das Projekt. Allgemeiner Tenor: Notwendige Erweiterungen sollten besser vor Ort in Wasser realisiert werden.

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